Museumsentwicklung - Ausstellungsstationen

Wissenschaftliche Leitung: Frau Prof. Dr. Andrea Rudolph

Die Alte Burg Penzlin ist ein heute überregional bekanntes Zeugnis für frühneuzeitliche Hexenverfolgungen im norddeutschen Raum. Es zeigt Objektüberlieferungen zum Thema Hexenverfolgungen und ihrer Rezeptionsgeschichte in der Region. Ausgangspunkt für die 1995 beschlossene Nutzung der Alten Burg als kulturgeschichtliches Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgungen in Mecklenburg waren zum einen baulich sehr bemerkenswerte frühneuzeitliche Hexenverliese in den Kellern der Alten Burg, zum anderen überlieferte Quellendokumente, die mit der Kleinstadt Penzlin allein fünf Hexenprozesse verbinden. Daß diese nachhaltig auf Mecklenburg als eine der Kernzonen europäischer Hexenverfolgungen verweisen, steht außer Frage. Den Forschungen von Katrin Moeller (moeller@geschichte.uni-halle.de) zufolge, lassen sich etwa 4000 Hexenprozesse gegen mindestens 3700 Personen zwischen dem ersten belegbaren Prozeß 1336 und der letzten bekannten Anklage 1777 nachweisen. In etwa 52 Prozent der Fälle (cirka 2000) wurden Todesurteile vollstreckt.

Geschichte wird seit je immer auch durch das Prisma aktueller Bedürfnisse betrachtet. Schon die Aufklärer hatten die "dunkle" Vergangenheit auf die eigene Gegenwart hin "gelesen". Beim Blick zurück auf die Zeit des Aberglaubens und brennender Scheiterhaufen konnten sie jenen Fortschritt vermessen, der sich im 18. und 19. Jahrhundert in einer epochalen Beschleunigung von Wissenschaft und als Liberalisierung des Rechtswesens ereignete. Bis in die vierziger Jahre des 19. Jh. hinein zog sich ein Strang aufklärerischer Quellenbetrachtungen, Hexenverliesin der künstlerischen Literatur wirkte die Spätaufklärung manchmal länger nach. Das 19. Jahrhundert brachte auch romantische Hexen-Bilder hervor. Das Erbe der Romantik hinterließ in Schulbüchern, Spielfilmen und in der öffentlichen Diskussion deutliche Spuren. Sie werden u. a. in der Vermittelalterlichung des frühneuzeitlichen Phänomens "Hexe" greifbar. Aus der ästhetischen Verwertbarkeit (Mitleidsdramaturgie, die Frau als verfolgte und unterdrückte sinnliche Natur) resultierte bald schon eine Orientierung vor allem auf weibliche Opfer. Männliche "Hexen" fielen zunehmend aus der öffentlichen Wahrnehmung und bald auch aus dem geschichtlichen Gedächtnis heraus. Zur emotionalen und konfessionellen Verschärfung der Auseinandersetzung um die Hexenverfolgungen trug der Grundkonflikt des 19. Jh. zwischen katholischer Kirche, verweltlichtem Obrigkeitsstaat und Liberalismus bei. Die deutschen Liberalen waren in protestantisch aufgeklärter und idealistischer Tradition antikatholisch. In der römischen Amtskirche sahen sie einen Gegner der individualistischen, national geprägten Modernität, für die sie sich einsetzten. Im Kampf gegen Rom hatten der preußische Staat und Liberale immer wieder auf die vermeintlich nur katholische Ketzer- und Hexenverfolgung verwiesen. Die nationale Modernisierung in Deutschland mündete am Ende des 19. Jh. in den "Kulturkampf". Dieser beeinflußte den Blick auf die Geschichte ebenfalls. Auch Elisabeth von Maltzahns erste Erzählung Ilsabe (Schwerin 1987) ist durch die große Kulturkampfzeit (1871-1878) mitbestimmt, auf welche die fest in ihrem evangelischen Bekenntnis stehende Autorin schon zurückblickte. Sie hatte die Penzliner Hexenkeller zum römischen Inquisitionsgefängnis umgedeutet, um eine konfessionsüberschreitende Versöhnung anbieten zu können. (Buchveröffentlichungen des Museums).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrieb die deutsche Sozialdemokratie eine umfangreiche popularisierende Kulturarbeit. Emil Rosenow gelang mit seinem historischen Monumentalwerk Wider die Pfaffenherrschaft. Kulturbilder aus den Religionskämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts ein außerordentlich populäres Gesamtbild der Epoche. Allerdings war das Thema der Hexenverfolgungen in andere, kulturkritische Fragestellungen integriert und mangelte es Rosenow als Publizisten und Literaten an einer umfassenden wissenschaftlichen Bildung. Sein Werk wurde von den Nationalsozialisten für den von ihnen geführten Kirchenkampf mißbraucht (Buchveröffentlichungen des Museums). Die Kritik an der römischen Kirche, die "das bei den Germanen noch heilig gehaltene Mutter und Frauentum" mißachtet habe, wurde 1934 im Niederdeutschen Beobachter auch auf die Maltzans ausgedehnt, die als "wahre Sadisten" beschimpft wurden.

In der Gegenwart entspricht die Beschäftigung mit den historischen Hexenverfolgungen manchmal einem modischen Trend (neuerdings auch dem zur Karnevalierung und Verspaßung von Geschichte). In erster Linie aber entspricht sie dem wachsenden Bedürfnis, sich über geschichtliche Erscheinungen zu informieren, die von der Geschichtsforschung und vom Geschichtsunterricht seinerzeit nur am Rande gestreift worden sind. Die in der Vergangenheit in beiden Teilen Deutschlands häufig nur einseitig geführte Auseinandersetzung mit diesem Thema hatte eine Vermischung von Fakten, Begriffen und bloßen Behauptungen bewirkt, die der Vorstellungskraft und weltanschaulichem Meinen entsprangen. Von der Forschung längst überholte Auffassungen wurden oftmals weiterverbreitet. Neue Mythen, Ideologien und falsche Faszinationen entstanden. Sie haben wenig mit der historischen Realität und kaum etwas mit dem Schicksal der oft namenlos gebliebenen Opfer der Hexenprozesse zu tun. Am Ende des 20. Jahrhunderts hatte die Neue deutsche Frauenbewegung die historischen Hexenverfolgungen für sich in Anspruch genommen (Buchveröffentlichungen des Museums). Auch wirkt der im 19. Jahrhundert ausgearbeitete Vorwurf eines Schuldzusammenhangs zwischen Hexenverfolgungen und Kirche bis in die jüngste Zeit hinein nach.

Gerichtsstäbe Doch mit einfachen Antworten ist es nicht getan. Es zeigt sich, daß jeder Fall in jeder Epoche und in jedem lokalen Kontext sein eigenes Gesicht hat und zudem in die christlich-magische Kultur und die rationale Rechtsanwendung der Frühen Neuzeit eingebettet werden muß.

Daher ist es Aufgabe des Museums, mit seiner ständigen Ausstellung Hexenverfolgungen in Mecklenburg Überholtes behutsam zu korrigieren und den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand kundig und dennoch für ein breit gefächertes Publikum touristisch attraktiv darzustellen. Die interdisziplinäre Natur der Hexenthematik stellt dabei eine besondere museologische Herausforderung dar. Verschiedene Fachrichtungen - Geschichte, Medizingeschichte, Volkskunde, Sozialgeschichte, Theologie, Kunstgeschichte, Philologie - erkunden jeweils wichtige kulturelle Dimensionen der Thematik. Disziplingrenzen entwickelten sich in der Vergangenheit vor allem entlang der Medialität der Gegenstände. Der auch vom Museum Alte Burg angestrebte interdisziplinäre Dialog bricht solche Zuordnungen auf. Daher zielen die unten mitgeteilten Themenstationen der Ausstellung auch nicht auf die Teilung der komplexen Hexenthematik in Einzeldisziplinen mit verschiedenen Gegenständen, sondern auf eine Art Moderation. Eine Art Kunst der Multiperspektivität soll bestehende Disziplinen dialogisieren und Zusammenhänge für den Besucher transparent werden lassen.

Das Museum strebt daher eine Initiierung und Bündelung von Forschungen zu Problemen der Hexenprozesse, ihrer Ideologisierung und fiktionalen Verarbeitung im norddeutschen Raum an, um das Ausstellungskonzept im Dialog mit Fachwissenschaftlern und Museologen zu prüfen und weiterzuentwickeln. Neben internationalen Fachkonferenzen zu dieser Thematik (1995, 1998, 2002) gehen weiterwirkende Anstöße für größere Bevölkerungskreise auch von den Buchveröffentlichungen des Museums aus. Die mecklenburg-historische Hexenforschung befindet sich weitgehend noch in der Phase der Materialauswertung und erster Synthesen.

Der Südflügel der Alten Burg 1993 Durch die 1997 abgeschlossene aufwendige Rekonstruktion der Alten Burg wurden die Blicke der Besucher Mecklenburgs von neuem auf Penzlin gezogen. Es war nunmehr ein folgerichtiger Schritt, den überlieferten Verliesräumen durch den Aufbau einer Ausstellung Erklärungsräume hinzuzufügen. Wenn der Besucher von den authentischen Hexenkellern aus geschichtlich ferner Zeit viele Stufen emporsteigt, bietet sich ihm im Obergeschoß des Museums eine Vertiefungsebene, in die er eintauchen kann.

Ineinandergreifende Themenstationen der ständigen Ausstellung wie:
  • Die frühe Neuzeit
  • Der Prozeß
  • Hexenverfahren in Mecklenburg. Namen und Schicksale
  • Magische Kultur und Rechtsverständnis
  • Profanmagie in Mecklenburg. Brunnen und Herd
  • Dämonisches in lokalen Sagenwelten
  • Regionale Quellenfunde. Zaubersprüche aus Grünow (19. Jh.)
  • Die Hexe im Spiegel der Kunst. 16-20. Jahrhundert
  • Ernst Barlach (1870-1938) und das Hexenwesen
  • Hexenprozesse in der Dichtung. Der pommersche Prediger und Dichter Wilhelm Meinhold (1797-1851)
stehen in Bezug zur interdisziplinären Gesamtthematik und bieten Deutungszusammenhänge. Hierfür leistete das Museum im Dialog mit Wissenschaftlern aus dem In- wie Ausland in den letzten Jahren Bedeutendes.

Das Thema der Hexenverfolgungen in Mecklenburg ist kein Gegenstand wie jeder andere. Noch heute bewegen uns die individuellen Schicksale der Menschen. Der Prozeß gegen die in Penzlin wohnhafte Benigna Schultzen in Sachen Zauberei erstreckte sich über einen Zeitraum von zwölf Jahren 1699-1711 und endet mit einem Schutzbrief des Herzogs, der ihr sogar den landesweiten Zugang zu Beichte und Abendmahl sicherte. Es gehört zu den Kennzeichnungen eines modernen Zeitalters, daß ein individuelles Schicksal auf das Denken und Empfinden stärker wirkt als die Abstraktion. Das Museum sah es daher als dringliche Aufgabe an, mit der Edition dieser Hexenakte (1998) ein historisches Frauenschicksal zu rekonstruieren (Buchveröffentlichungen des Museums). Aus dem Dämmer der Vergangenheit tritt uns eine Frau entgegen, die nach gewaltvoll erzwungenem Geständnis Aus der Akte der Benigna Schultzen. sich wehrt, die mehrfach auf der Flucht ist, die trotz körperlicher Zerrüttung infolge Tortur ihren Peinigern die Stirn bieten will, die ein menschliches Gesicht hat, das schon neuzeitliche Züge aufweist. Der Kommentar von Frau Dr. habil. Gerda Riedl. (Universität Augsburg) sucht durch subtile Nachzeichnung der innerstädtischen Auseinandersetzungen wie der landesherrlichen Reaktion regionale Eigentümlichkeiten und übergreifende Aspekte aufzuschließen. Mecklenburg wurde ein Kernbereich der Hexenverfahren. Die Fallrekonstruktion Benigna Schultzen vermag zu zeigen, warum herrschaftsrechtlich stark zersplitterte Territorien mit schwacher Zentralgewalt (Landesherrschaft) Zentren von Hexenverfolgungen wurden.

Aus dem vergleichsweise verfolgungsarmen norddeutschen Raum hebt sich Mecklenburg als ein Zentrum europäischer Hexenverfolgungen heraus. Zu den beeindruckenden Höhepunkten der (im Frühjahr 2000 eingeweihten) Themenstation Hexenverfolgungen in Mecklenburg gehört eine von Dr. Kathrin Moeller (Universität Halle) in Kooperation mit dem Museum erstellte Namenstafel. Sie teilt Namen, Herkunftsorte und Schicksale von etwa 4000 Personen mit, die in Mecklenburg in Hexereiprozesse hineingezogen wurden. Die Auflistung ist alphabetisch nach Ortschaften geordnet. Die Besucher der Ausstellung können daher bestimmte Orte aufsuchen und finden dort aktenkundig gewordene Hexereifälle verzeichnet. Eine topographische Karte informiert über die Verteilung der Verfolgungsfälle auf Regionen, einzelne Dörfer und Städte. Dies alles wirft ein Licht auch auf die unterschiedliche Verfolgungsbereitschaft der beiden Herzöge Gustav Adolf zu Mecklenburg-Güstrow und Christian Louis zu Mecklenburg-Schwerin sowie auf die Rolle der adligen Gutsherrschaft als einer Besonderheit im mecklenburgischen Raum.

Teil der ansprechenden Exposition ist die Themenstation Hexen im Spiegel der Kunst. 16.-20. Jahrhundert, die Susanne Augat (FU Berlin) gemeinsam mit der Ernst Barlach Stiftung Güstrow und dem Museum Alte Burg (1998) gestaltete. Hexen haben Ernst Barlachs Gesamtschaffen nahezu vierzig Jahre lang leitmotivisch begleitet.

Offensichtlich hatte das Motiv seine Bedeutung auf einem Wege, der Barlach nach seinen Akademiejahren westlich bis Paris, östlich bis in die ukrainische Steppe, südlich bis Florenz und schließlich zurück nach Norddeutschland führte, nie verloren (Buchveröffentlichungen des Museums). Die Hexenbilder Ernst Barlachs gehen mit der Burg Penzlin eine einmalige Verbindung ein. Denn das architektonische Umfeld, auf welches Exposite bezogen werden, ist immer auch Bestandteil des Gesamteindrucks. Gerade in diesem "realistischen Umfeld" historischer Hexenverfolgungen entfaltet sich die außerordentliche Originalität und vergeistigte Bildwirkung von Barlachs Hexen besonders eindrucksvoll.

Patronatsstuhl nach der Restaurierung

Gegenwärtig findet eine von Dr. Axel Lubinski (Cammin) gemeinsam mit dem Museum erarbeitete Sonderausstellung Patronatsrecht und Patronatsgestühl. Die Patronatstühle derer von Maltzan in Penzlin (2002) starkes Interesse. Daß in der frühneuzeitlichen Kirche immer auch soziale Hierarchien einer Gesellschaft abgebildet wurden, ist ein bekanntes Phänomen. Besonders deutlich lassen sich solche Hierarchien an der Ausgestaltung, aber auch am Ort der Kirchenstühle ablesen. Aufwendige Ausstattungen, oftmals Verzierungen durch Schnitzereien, ein besonderer Platz in unmittelbarer Nähe der Kanzel oder auch im Altarraum, mitunter auch über dem übrigen Kirchenvolk in Patronatslogen, sind Attribute von Herrschaft bzw. von Plätzen in sozialen Hierarchien. In Penzlin bildeten Polstersessel einen optischen Anhaltspunkt für die Sitze einer Herrschaft, die Rang aufzuweisen hatte. Auch die im Zuge einer Initiative des Museums 2002 restaurierten Maltzanschen Stühle sind ein Herrschaftsgestühl mit separatem Zugang. Sie waren durch eine zusätzliche Stufe über das Gemeindegestühl emporgehoben und widerspiegeln schon hierdurch Rangordnungsdifferenzen.

Die Bernsteinhexe MARIA SCHWEIDLER in schwedischen Farben

Pünktlich zur Osterweiterung der EU und zum Internationalen Tag des Museums schlugen die Mitarbeiter des Museums ein weiteres Ausstellungskapitel auf (Mai 2004), dessen Spuren auch nach Polen führen. Der pommersche Pfarrer und Dichter Wilhelm Meinhold (1797-1851) hatte 1843 Die Bernsteinhexe und 1847/48 Sidonia von Bork, die Klosterhexe veröffentlicht. Zunächst scheinen beide Dichtungen um Hexenprozesse ein eher lokales Thema anzusprechen. Doch erschließt die Ausstellung Hexenprozesse in der Dichtung. Der pommersche Prediger und Dichter Wilhelm Meinhold die europäische Bedeutung der Erzähltexte. Ein Kunstgriff ermöglicht die Anschaulichkeit längst vergangener Geschehnisse. Ein Wandfries mit verschiedenen Porträts der altadlig geborenen Sidonia von Borcke von Edward Burne-Jones, Thomas Esmond Lowinsky, Daniel Chodowicki und unbekannten Künstlern schafft auch nach Jahrhunderten menschliche Nähe zu einer Frau, die durch legendenhafte Überlieferungen mit dem r ätselhaften Aussterben des pommerschen Herzoghauses in Zusammenhang gebracht wurde.

Titel der polnischen Ausgabe

Auf Initiative des Museums Alte Burg Penzlin liegt die in Koserow auf Usedom lokalisierten Bernsteinhexe von Wilhelm Meinhold nun auch in polnischer Sprache vor (Buchveröffentlichungen des Museums).

Im Auftrag des Museums wurde die für Mecklenburg-Vorpommern landesgeschichtlich interessante Fallakte der Sidonia von Borcke (hingerichtet am 19. August 1620? Daniel Chodowicki vor dem Stettiner Mühlentor) mikroverfilmt und ausgewertet. Überlieferte Quelle und deren künstlerische Interpretationen, historische Faktizität und fiktive Bildlichkeit, sind in der Ausstellung aufeinander bezogen. Interessenten am Schicksal der "von rechts wegen" Ermordeten empfehlen wir auch den neuen Konferenzband Hexen. Historische Faktizität und fiktive Bildlichkeit (2004), der den Fall der Sidonia von Borcke dokumentiert und Rezeptionszeugnisse gut verständlich aufschließt (Buchveröffentlichungen des Museums).

PraktikantinbAgniezka in der Boruta-Ausstellung


Das Museum Alte Burg setzt sich für ein Gelingen der europäischen Integration ein. Seit 1997 führen deutsche, tschechische und polnische Studenten in Sommerpraktika Besucher durch die Ausstellungen und vermitteln ihre Herkunftskultur während eines Kinderferientags im Museum.


Boruta als Verführer

Das Museum unterhält internationale Kooperationsbeziehungen mit dem Regionalmuseum in Leczyca, Masowien, (zamek.Leczyca.pl) einem ethnologischen Museum für Teufelsbilder in polnischen Regionen, dem Institut für Germanistik in Opole (Polen) und dem Institut für Germanistik der Universität Poitiers (Frankreich). Die in der Tiefebene Zentralpolens gelegene Stadt Leczyca und das am Rande der großen Seen im Nordosten Deutschlands gelegene Penzlin inspirieren durch ihre jahrhundertealte Burgen ihre Museen zu einer Zusammenarbeit, vor allem durch ihre düsteren Geschichten und Legenden, die zum Thema dämonologischer Forschungen wurden. Ergebnisse bisheriger Zusammenarbeit sind zweisprachige Buchveröffentlichungen sowie eine Ausstellung von volkstümlichen Skulpturen in Holzarbeit aus Leczyca, die in den Jahren 1999-2001 im Museum Alte Burg gezeigt wurde (Buchveröffentlichungen des Museums). Durch solche Erfolge ermutigt, beschlossen beide Museen, ihre Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Zweisprachiger Katalog - von beiden Museen erarbeitet

Ab August 2004 zeigen beide Burgen in ihren historischen Räumen moderne Kunst von Agnieszka Kowalska. Die ausstellende Künstlerin ist 27 Jahre jung. Sie stammt aus Lodz, der zweitgrößten Stadt Polens, und ist Absolventin der Fachrichtung Theaterwissenschaft an der Universität Lodz.

Sie studiert im 5. Studienjahr an der Akademie der Schönen Künste und wurde im Wettbewerb junge Designer Projekt 2003 mit einem Preis ausgezeichnet. Erstarrende Wandlungslandschaften sind Bilder-Objekte, entstanden aus präparierten pflanzlichen Fasern, Blättern, Unterstreu und Sämereien, die mit einer eigenständig hergestellten Papiermasse unterschiedlicher Struktur und Dicke verbunden wurden.

Mit der Besucherresonanz und den Bewertungen des Museums im "Buch des Gastes" können wir bislang zufrieden sein. Wir danken Ihnen sehr für die anerkennenden Worte über die Qualität unserer Arbeit. Rund 30.000 Interessenten zieht es jährlich in unsere Ausstellungen. Auch das familienfreundliche Angebot Ferientage im Museum wird gern genutzt. Die im Eintrittsgeld enthaltenen geführten Besichtigungen stehen in der Besuchergunst erfreulicherweise ganz oben. Damit Sie keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, bitten wir Sie, Führungswünsche zuvor telefonisch anzumelden: 03962 210494.

Haben Sie vielen Dank für den virtuellen Besuch unseres Museums. Es wäre schön, kämen Sie demnächst als Gast nach Penzlin.