Die Marienkirche
Nach einer alten Urkunde werden schon im Jahr 1273 in Penzlin zwei Kirchen, darunter die Stadtkirche, erwähnt. Beide Kirchen unterstanden dem Patronat des Klosters Broda bei Neubrandenburg. Aus dieser Zeit stammt noch der südliche zweijochige Kapellenanbau an der Marienkirche. Nach alten Überlieferungen besaß die Kirche angeblich drei angebaute Kapellen. Der bestehende ursprünglich dem heiligen Nikolaus geweihte Hallenbau wurde wohl Anfang des 14. Jahrhunderts als dreischiffige Backsteinhalle mit ehemals geradem Ostabschluss und quadratischem von Seitenhallen begleitenden Westturm errichtet. Aus der ersten Bauphase stammen die Ringmauern des Langhauses, die sechs Freipfeiler sowie die Wandvorlagen. Hinter dem Westportal des Turmes befindet sich eine Portalvorhalle. Wann und durch wen in Penzlin die Reformation eingeführt worden ist, ist nicht bekannt. Die Kirche wurde teilweise umgebaut. Die Südkapelle und der St. Marienaltar sind erhalten worden. Zu dieser Zeit hatte die Kirche einen hohen spitzen Turm. Wahrscheinlich noch im 16. Jahrhundert wurde im südlichen Kapellenanbau eine unterirdische Gruft angelegt. Das Schiff und der Kapellenanbau waren zu der Zeit durch ein hohes Doppelportal verbunden. In der jetzigen Vermauerung (wahrscheinlich erstes Viertel 18. Jahrhundert) ist der unter Teil des Mittelpfostens noch fragmentarisch erhalten. Die Kapelle wurde seit dem als Mausoleum genutzt. Der älteste dort befindliche Sarg stammt aus dem Jahr 1712. Durch den Stadtbrand 1725 erlitt der Kirchenbau schwere Schäden. Unter anderem stürzte auch der Turmhelm ein und durchschlug das Dach und die meisten der Gewölbe. Der Patron Baron Otto Julius von Maltzan leitete ab 1731 den Wiederaufbau in die Wege. Der Turmhelm wurde nicht wieder aufgerichtet. Das aus der westlichen Dachfläche ragende Zwischengeschoss wurde zur Glockenstube ausgebaut und erhielt ein stumpfes Pyramidendach. Die Schiffe erhielten lediglich Gewölbe aus längsgelegten gestrichenen Tannenbrettern. 1877/78 wurde die Kirche instand gesetzt. Die Kirche erhielt u. a. massive Gewölbe, an der Ostseite des Mittelschiffes einen Chorraum als apsisartiges Joch (Apsis) sowie die Emporen. Durch Zerstörung des Raumes auf die Apsis und den davorliegenden Chorraum verlieren die Seitenschiffe ihren eigenen Raumcharakter.
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