Die Marienkirche

Die Marienkirche Aus welcher Himmelsrichtung auch immer man nach Penzlin kommt, zuerst macht die höchste Erhebung der Stadt - die Marienkirche - auf Penzlin aufmerksam. Der Volksmund (nachzulesen auch schon bei Danneil, J. H. Voß oder Dr. Otto Piper) hat dafür eine treffende Bezeichnung gefunden: "Wie eine Glucke mit ihren Küken krönt die Kirche die alten Häuser der Stadt". Diese Ansicht und Redewendung ist wohl bei keiner anderen Stadt so prägnant bzw. volksmundig überliefert wie in Penzlin.

Nach einer alten Urkunde werden schon im Jahr 1273 in Penzlin zwei Kirchen, darunter die Stadtkirche, erwähnt. Beide Kirchen unterstanden dem Patronat des Klosters Broda bei Neubrandenburg. Aus dieser Zeit stammt noch der südliche zweijochige Kapellenanbau an der Marienkirche. Nach alten Überlieferungen besaß die Kirche angeblich drei angebaute Kapellen. Der bestehende ursprünglich dem heiligen Nikolaus geweihte Hallenbau wurde wohl Anfang des 14. Jahrhunderts als dreischiffige Backsteinhalle mit ehemals geradem Ostabschluss und quadratischem von Seitenhallen begleitenden Westturm errichtet. Aus der ersten Bauphase stammen die Ringmauern des Langhauses, die sechs Freipfeiler sowie die Wandvorlagen. Hinter dem Westportal des Turmes befindet sich eine Portalvorhalle.

Wann und durch wen in Penzlin die Reformation eingeführt worden ist, ist nicht bekannt. Die Kirche wurde teilweise umgebaut. Die Südkapelle und der St. Marienaltar sind erhalten worden. Zu dieser Zeit hatte die Kirche einen hohen spitzen Turm.

Wahrscheinlich noch im 16. Jahrhundert wurde im südlichen Kapellenanbau eine unterirdische Gruft angelegt. Das Schiff und der Kapellenanbau waren zu der Zeit durch ein hohes Doppelportal verbunden. In der jetzigen Vermauerung (wahrscheinlich erstes Viertel 18. Jahrhundert) ist der unter Teil des Mittelpfostens noch fragmentarisch erhalten. Die Kapelle wurde seit dem als Mausoleum genutzt. Der älteste dort befindliche Sarg stammt aus dem Jahr 1712.

Durch den Stadtbrand 1725 erlitt der Kirchenbau schwere Schäden. Unter anderem stürzte auch der Turmhelm ein und durchschlug das Dach und die meisten der Gewölbe. Der Patron Baron Otto Julius von Maltzan leitete ab 1731 den Wiederaufbau in die Wege. Der Turmhelm wurde nicht wieder aufgerichtet. Das aus der westlichen Dachfläche ragende Zwischengeschoss wurde zur Glockenstube ausgebaut und erhielt ein stumpfes Pyramidendach. Die Schiffe erhielten lediglich Gewölbe aus längsgelegten gestrichenen Tannenbrettern.

1877/78 wurde die Kirche instand gesetzt. Die Kirche erhielt u. a. massive Gewölbe, an der Ostseite des Mittelschiffes einen Chorraum als apsisartiges Joch (Apsis) sowie die Emporen. Durch Zerstörung des Raumes auf die Apsis und den davorliegenden Chorraum verlieren die Seitenschiffe ihren eigenen Raumcharakter.

Im südöstlichen Joch ist die Patronatsloge der Familie von Maltzan eingerichtet. Die mit Monogrammen bestickten Polsterstühle sind erhalten geblieben. Gegenwärtig läuten vier der vorhandenen fünf Glocken. Eine in Penzlin gegossene Bronzeglocke stammt aus dem Jahre 1735. Diese Glocke hat als einzige die Wirren der Zeit ab dem Wiederaufbau des Turmes 1732 überstanden. Für den Besucher der Kirche birgt diese aber weit mehr Sehenswertes. Bronzeglocke
Kirchenschiff

Erwähnenswert ist hier noch ein dreiteiliges Uhrwerk aus dem Jahre 1864, ein Grabstein im Mittelgang mit eigenartiger Inschrift, die massiven (sonst üblicherweise in Holz errichteten) Emporen mit flachbogig gespannten ballustradenartig gestalteten Brüstungen, welche schlosskirchenähnlich augenscheinlich den gesellschaftlichen Rang des Patrons betonen sollten sowie die durch die Lichtführung bestechende Variante des Chorabschlusses. Die als Mausoleum genutzte Südkapelle ist nur teilweise begehbar.

Mehr Informationen über:

Führungen zu festgelegten Öffnungszeiten finden zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht statt. Bei besonderem Bedarf kann man beim Büro der Touristinformation nachfragen.

  • nur in Ausnahmefällen, auf eigene Gefahr, nur mit Gruppen unter 8 Personen.
  • ungünstige Zeit wegen der Glockenschläge
    • wochentags: 7.45 Uhr, 12.00 Uhr, 18.00 Uhr
    • samstags: 16.00 - 16.30 Uhr
    • sonntags: 10.30 - 11.30 Uhr (Gottesdienst)